Die Hecke brennt

Nach dem Köln Konzert blieb also der Wunsch, doch wenigstens einmal das gwildische Komplettbesteck mit Ladies und Gebläse zu genießen. Also dann: Wer schreibt, der bleibtbekommt zur Antwort, dass er sich dafür dann schon bald auf den Weg nach Hamburg machen solle. An zwei Tagen im Juli gäb’s im Stadtpark jeweils die volle Ladung Soul – da lässt Stefan Gwildis „die Hecke brennen“. Hmmmm … Stadtpark – Open Air – ca. 5000 Besucher – 2 x 450 km – Heckenbrand/Feuer? – … wir würden ja gerne, aber …

Nix „aber“! Bedenken, dass Stadtpark mit der Lütten ’ne Nummer zu groß sein könnte, werden von einem freundlichen Stefan-Gwildis-Gästebuch-07.07.07-Stadtpark-Konzertkarten-Anbieter weggewischt und so buchen wir – mit guten Ratschlägen ausgestattet – auf Stadtpark-Budderkuchen-Soul-Familien-Sonntag (08.07.07).  Eine weise Entscheidung – aber es gibt noch einiges zu planen, zu organisieren und in trockene Tücher zu bringen, bevor es am 7. Juli um 5:00 Uhr in der Frühe heißt:

Hamburg wir kommen!

Damit die Öko-Bilanz unserer Konzertsucht nicht gar so mies ausfällt, machen wir uns zu fünft also bereits am Samstag auf den Weg und nutzen den Tag, um Hamburg von seinen schönsten Seiten inklusive grau-nassem Schietwedder kennenzulernen = ein unvergesslicher Tag mit nachhaltig beeindruckenden Erlebnissen.

Dock Nr. 10

Zum Abend hat’s sich dann sogar ausgeregnet und die Sonne schaut hervor – und während wir so gemütlich in der Hafenstadt und an den Landungsbrücken entlangschlendern ahnen wir nicht, dass sich im nahen Stadtpark Stefan Gwildis, die Band und ca. 5000 Menschen doch sehr wundern, wo denn die Overather sind 😉 (Einen wirklich lesenswerten Konzertbericht mit schönen Fotos von Manni Otto sowie der Geschichte unserer Nichtanwesenheit – unter „Postscriptum“ ganz weit unten! – hat der Lonereviewer niedergeschrieben.).

Den Sonntag genießen wir bei bestem heiter-bis-wolkigen Sommerwetter und erkunden vieles, was am Vortag nicht mehr in den Zeitplan passte, bevor wir uns erwartungsfroh auf den Weg zum Stadtpark machen.

Stefan Gwildis im Stadtpark Hamburg – 08.07.2007

Schon die Wartezeit vor der Eingangspforte zum Buchenrund wird uns mit verheißungsvollen Tönen des Soundchecks versüßt und als wir dann um 16:00 Uhr das Terrain für uns erobern ist sofort klar, warum diese Open-Air-Bühne auch das „grüne Wohnzimmer“ Hamburgs genannt wird. Also der Veranstaltungsort ist ja schon einmalig, die sympathischen Menschen um uns herum sind ein weiterer Wohlfühlfaktor und wenn jetzt noch das Konzert nur annähernd so gut wird, wie die beiden letzten …

Den Anfang macht eine der vier Ladies aus dem Background – die sympathisch nervöse San Glaser hat zusammen mit ihrer Band den schwierigen Aufwärmpart übernommen und überzeugt mit jazzigen Melodien und einer Stimme, die Gänsehautfeeling verursacht – und das nicht nur bei mir. So einige Konzertbesucher lassen sich von San Glasers Musik mitnehmen und begeistern.

Doch wir wären ja nicht so weit auf dem Stefansweg zur Let’s-Did-it-Messe nach Hamburg gepilgert, wenn wir nicht auch noch gerne Soulbruder Stefan sehen, hören und erleben wollten, und der überließ San Glaser die Bühne denn auch nur ca. 1/2 Stunde und wird unter großem Hallo mit einer Begeisterung empfangen, die wir Rheinländer den Hanseaten nicht wirklich zugetraut hätten. 😉

Gwildis startet as usual als scattende One-Man-Band, begrüßt Angereiste aus Harburg, Brüssel, Süddeutschland, Kiel und sonstwoher, um dann mit Musikern weiterzuspielen, die man nicht mal mehr an zwei Händen abzählen kann: 15 Menschen und viele Instrumente bereiten uns ein norddeutsches Familienfest für Ohren, Auge, Herz und Seele – denn natürlich fühlt sich nicht nur das Publikum bei himmlischem Wetter an solch schönem Ort wohl; auch die Musiker haben offensichtlich riesigen Spaß beim Heimspiel an diesem schönsten „Heut ist der Tag“-Tag im Jahr.

Gwildis im Stadtpark 2007

Um dieser Reizüberflutung noch einen draufzusetzen, packt Gwildis dann auch wieder die Sulo aus, verteilt zur Pause leckeren Budderkuchen, driftet zusammen mit

Gwildis im Stadtpark 2007

Julia Schilinski ins Klassische ab und bringt später sogar noch Bonzo auf die Bühne! Bonzo ist ein HundLied aus den etwas unbekannteren gwildischen Vor-Soul-Cover-Zeiten und eines unserer persönlichen Lieblingsstücke. Der Publikums-Chor darf hierbei mit schwierigsten Keith-Jarrett-Harmonien im Kanon seine Gesangsqualitäten beweisen und das auf den BonzoHund gekommene Tête-a-Tête musikalisch begleiten – ein tierischer Spaß.

Die nachfolgenden Fotos können nur einen blassen Eindruck dieses Konzertes wiedergeben, aber vielleicht habt Ihr trotzdem Spaß daran – einfach durch Draufklicken vergrößern, dann durchblättern, schauen und lesen:

Leider gehen sogar Stadtpark-Konzerte trotz jeder Menge Zugaben irgendwann einmal zu Ende. Allerdings gibt es bei den Devotionalien die Chance etwas Personenkult zu pflegen – so nehmen wir neben tollen Erinnerungen und einem Sonnenbrand auch noch ein paar gwildisch handschriftlich veredelte CDs mit auf den Heimweg. Um 2:00 Uhr nachts sind wir dann glücklich aber todmüde wieder daheim … und dennoch nicht richtig zuhause angekommen – unser Herz weilt noch immer im Hamburger Buchenrund …

Veröffentlicht am 3. Januar 2011

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1 Kommentar zu “Die Hecke brennt

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