Immer einen daneben

Das sind die Geschenke, die ich liebe. Freunde nehmen mich mit auf eine Fahrt in die unbekannte Ferne und feiern mit mir, meinem Mann und ca. 300 Gästen eine gelungene Party in einem historischen Tanz-Palast. Ein exzellenter Künstler sorgt für Kurzweil … alles einwandfrei organisiert – sogar für Essen und Trinken ist gesorgt. Klasse!

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Die 300 Gäste sind mir zwar unbekannt und sprechen eine „andere Sprache“, aber sie versorgen sich selbst, sind gut gelaunt und aufgeschlossen – also soll’s mir nur recht sein. Da geht ein dickes Danke an die beiden Verursacher dieses unvergesslich gelungenen RuhrHOCHdeutsch-Abends im Spiegelzelt neben dem Dortmunder U. 😉

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Von Juli bis Oktober darf unterhalb vom U gelacht werden. Unter dem Titel „RuhrHOCHdeutsch“ trifft sich im Pott alles, was sich auf dem Gebiet der Lachmuskelmassage einen Namen gemacht hat oder noch machen möchte.
Der 1. August ist ein Montag und „immer montags“ wird zum auftretenden Künstler das typische Ruhrpott-Menü – lecker Currywurst mit Pommes plus Getränk nach Wahl – serviert. Für die Auswärtigen gibbet Grünfutter. 😉 Auf der Bühne steht an diesem Abend

Philip Simon mit „Ende der Schonzeit“ – 01.08.2011

Philip Simon? Wer hier fleißig mitliest, ist ihm in meinen Notizen auch schon einmal ganz kurz begegnet, denn er war Ende April beim Prix Pantheon mit dabei und hat mehr als verdient einen halben Jury-Preis „frühreif und verdorben“ gewonnen. Über seinen Auftritt schrieb ich damals:

Philip Simon

Wer schon immer mal einen „wahnsinnig entfesselten Holländer“ erleben wollte, für den ist Philip Simon ein ganz heißer Tipp. Witzig, politisch, spontan und wortgewandt befreit er sich und seine Landsleute aus der Zwangsjacke verkiffter Vorurteile. Seine 20 Minuten waren alles – nur nicht langweilig. Mir gefällt die Mischung aus politisch nicht korrektem Kabarett und purem Nonsens.
20 Minuten sind definitiv zu kurz.

Hier in Dortmund darf er uns also nun beweisen, dass sein Talent für eine abendfüllende Show reicht. Und unsere hohen Erwartungen werden nicht enttäuscht. Allerdings bleibt das Gefühl, dass auch diese 2 Stunden noch viel zu kurz sind.

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Philip Simon passt in keine Schublade. Er liegt immer ein klein wenig daneben: zwischen Holland und Berlin, Flughafen und Koffer, Kabarett und Comedy, Politik und Showbiz, Spaß und Ernst, Vorurteil und Toleranz sowie Pik und Sieben. Der Künstler lässt uns – das Publikum – in den Spiegel des eigenen wahnsinnig-normal-orientierungslosen Abgrunds blicken und mischt die Karten von Politik, Geschichte sowie irdischem Sein so geistreich auf, dass einem ganz wirr im Kopf wird und manch lautes Lachen im Halse stecken bleibt. So wandelt sich im  Laufe des Abends Wasser zu Wein und Tomaten- zu Rhabarbersaft und wir sind alle erleichtert, wenn russisches Roulette nicht ins Auge geht.

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Alles in allem ist es ein äußerst kurzweiliger Abend in wundervoller Kulisse mit sehr gutem Essen und Trinken. Künstler und natürlich auch den Veranstaltungsort kann ich Euch also nur wärmstens ans Herz legen.

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3 Kommentare zu “Immer einen daneben

  1. Klingt nach einem gelungenen Abend. Ich mag ja den Pott. Wenn ich das als Immi mal so sagen darf: Die Mentalität ist ein bisschen wie im Rheinland, nur derber, Malochermilliö eben.

    • Ich war noch nicht soooo oft dort, aber die Ruhrgebietler scheinen sehr bodenständig zu sein und das Herz auf dem richtigen Fleck zu haben. Nur die von Grönemeyer besungene Vorliebe für Currywurst ist auf jeden Fall eine maßlose Untertreibung. 😉

  2. Pingback: Warum! Pufpaff in Nümbrecht | hauchNAH

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