Wudka-Kater-Stimmung im Glaspalast

Das Erdmöbelkonzert sollte eigentlich den Jahresabschluss unser Event-Vergnügungssucht bilden. Dass es anders kam, verdanke ich bobiko. Hier habe ich schon seit einer Weile den Newsletter abonniert, um konzerttechnisch für den Raum Bonn, Koblenz, Siegen, Westerwald auf dem Laufenden zu bleiben.

Vor langer, langer Zeit trug ich mich dort mal für eine Verlosung ein, hatte dies aber zwischenzeitlich wieder vergessen. Am Nikolausabend folgte dann die Bescherung in Form einer Glückwunschmail und 2 Eintrittskarten für die Popolskis am 11.12.2011 in der Siegerlandhalle. 🙂 Der Terminkalender – vorweihnachtlich eng gefüllt – wurde ein wenig zurecht geschoben und schon ging es recht flott an einem lkw-frei-autobahnberuhigten Sonntagnachmittag gen Zabrze Siegen – ganz tief im Osten.

Siegerlandhalle

Die Siegerlandhalle ist ein großer, attraktiver Glasbau mit mehreren Konferenzräumen und Veranstaltungssälen – sehr funktionell, optisch ansprechend und gut gepflegt. Sie liegt verkehrsgünstig nahe der Autobahn. Parkplätze gibt es in großer Anzahl direkt an der Halle; je nach Wochentag und Uhrzeit sogar kostenfrei.

Siegerlandhalle bei Nacht  - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

Wir werden von souverän freundlichem Personal empfangen und „betreut“. Das Popolski-Konzert findet im eindrucksvoll beleuchteten Leonhard-Gläser-Saal statt. Ca. 800 Besucher finden dort Platz. Im Foyer wird eine gut sortierte Getränke- und Speisenauswahl (von der Brezel bis zur – Achtung! – Currywurst) zu zivilen Preisen angeboten, so sollte für jeden Geschmack etwas zu finden sein. Der Leonhard-Gläser-Saal ist an diesem Abend gut gefüllt, aber nicht ganz ausverkauft. Für den heutigen Abend wurden eigentlich Stehplätze angekündigt, aber ein neugieriger Blick in den Saal zeigt uns etwas anderes.

Leonhard-Gläser-Saal in der Siegerlandhalle - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

Ich genieße Popolski-Konzerte am liebsten im Stehen, weil es sich im Sitzen so schlecht Polkatanzen und Schunkeln lässt und die Stimmung dann meist ein wenig im Keller bleibt. Nicht so in Siegen – hier ist heute alles ein wenig anders.

Popolski-Show in Siegen – 11.12.2011

Die Mission der Popolskis ist klar. Es ist immer noch nicht überall bekannt, dass Bohlen & Co. alle Hits nicht selbst erdacht, sondern von Opa Piotr Popolski – dem Erfinder der Popmusik – gestohlen haben. Sie haben damit die Familie Popolski um Ruhm, Ehre und Geld gebracht. Vor vielen Jahren machten sich die Enkel des Genies mit einer gehörigen Portion Musik, Humor und Wudka im Polkaschritt auf den Weg,

Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

die einzig wahre Geschichte an die Öffentlichkeit und auf die Bühne zu bringen. Mit wachsendem Erfolg. Die Popolskische Polka befindet sich auf einem Siegeszug durch die Veranstaltungssäle unseres Landes. Und Vorsicht, wer einmal vom Wudka probiert und Pops-Polka getanzt oder gar geschunkelt hat, kommt so schnell nicht mehr los davon – so wie wir. 😉

Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

Acht Familienmitglieder sind normalerweise fest im Programm mit dabei und werden von ein bis zwei Gästen aus der Verwandtschaft ergänzt. In Siegen fehlt aus der Stammmannschaft ausgerechnet die einzige Frau im Bunde: Cousinetschka Dorota hat sich die „Ochsengrippe“ eingefangen.

Das ist schon eine herbe Enttäuschung für die vielen Männer im Saal, aber auch schade für mich, denn die zierlich-rote Augenweide Dorota lässt mit ihrer Powerstimme so manche Rock- und Poplegende verdammt blass aussehen. So braucht es heute auch den ganz besonderen Einsatz der Familie, diese Lücke zu schließen.

Endlich sind mal wieder Baumeister Bogdan und sexy Bomba Andrzej auf der Bühne vereint (eine meiner Lieblingskombinationen); und als Ersatz für Dorotas Katzen-Stimme  im sinfonischen Märchen „Janusz und der Wolf“ gesellt sich auch noch der Kater Oleg Popolski hinzu

Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

und beweist, wie vielseitig man als Techniker der Popolskis sein muss und kann. 😉 Gut gemaunzt Kater!

Auf der Bühne stehen also:

  • Pavel (Achim Hagemann – Moderation, Schlagzeug, Gesang)
  • Mirek (Mirko van Stiphaut – Gitarre, Gesang)
  • Marek (Markus Grieß – Gitarre, Akkordeon, Keyboard, Gesang, Kamera)
  • Danusz (Daniel Basso – Keyboard, Trompete, Gesang, Scat)
  • Janusz (Martin Ziaja – Bass, Gesang)
  • Henjek (Ludwig Götz – Posaune, Gesang, Tanz)
  • Stenjek (Rüdiger Testrut – Trompete, Gesang, Tanz)
  • Andrzej (Andreas Schleicher – Gesang, Gitarre, Ventilator, Mundspray)
  • Bogdan (Jörg Hamers – Gesang, Gitarre, Schlagzeug)
  • Kater Oleg – (der Tontechniker – Gesangmaunze)

Diese zehn geben am heutigen Abend alles. Die Show ist rasant und läuft wie am Schnürchen – bis auf einen sehr kurzen Moment, als ein Tritt auf’s Mikrofon“schnürchen“ unserem Danusz

Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

den gänsehautverursachenden Ton raubt. Der Sound ist ansonsten heute Abend wieder ausgewogen und stimmig, Licht- und Videoeffekte untermalen wirkungsvoll die Handlung und die Musiker sind ein gut eingespieltes Team.  Und hier zeigen sich dann auch die wahren Meister. Denn wer so flexibel auf den Ausfall einer Hauptakteurin reagiert, sein Programm umstellt und das ganze so schwungvoll unter die Menge bringt, dass diese letztlich (fast) auf den Stühlen steht – der reißt problemlos chinesische Mauern ein, tanzt Reggae auf dem Weg zum Baumarkt, bringt Schlümpfe zum Rocken,

Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

lässt gitarrenduellierte Selbst-Liebeslieder vom Winde verwehen

Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt

und beherrscht schlagfertig seine Kunst.

20111211_Popolski-Show in Siegen - 11.12.2011 /Foto: Stefan Schmidt_siegen-110889

Fazit:

Die Popolskis liefern uns in der Siegerlandhalle ein phantastisches Konzert, eine atemberaubende und lustige Show in gewohnt guter Qualität und rücken unser musikalisches Weltbild zurecht. Die Kinderkrankheiten vom Beginn der Tour sind überwunden und „Get the Polka started“ startet jetzt richtig durch.

Klasse hatte aber auch ein sensationell gut aufgelegtes Siegener Publikum – da ging „der Post mit der Stühle ab durch der Decke“. Dobrze.

Linktipps:

Die Fotos verdanke ich mal wieder meinem Wald-und-Wiesen-und-Haus-und-Hobby-Fotografen Stefan:

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3 Kommentare zu “Wudka-Kater-Stimmung im Glaspalast

  1. Wow sehr gutes Review.
    Ich war auch schon auf Konzerten von Popolski und war jedes Mal von Neuem angetan von der genialen Stimmung. Das hat man selbst bei Konzerten von „großen Stars“ selten.
    In der Siegerlandhalle konnte ich leider nicht dabei sein

    • Hallo Robert,
      Danke für die Blumen. Die Popolskis sind schon was ganz besonderes. Unsere Konzerterlebnisse mit Ihnen kann ich schon nicht mehr an einer Hand abzählen. Du findest hier im Blog noch ein paar Reviews und jede Menge Fotos.
      Lieben Gruß
      Eva

  2. Danke.

    Schön, dass das jemand mal dokumentiert.
    Ja ich hab mir schon einige Reviews angesehen.
    Man bekommt ja sonst eher weniger Material im Netz.
    Dafür ein großes Dankeschön von mir.

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