Übers Ohr ins Herz – 23

Die ersten Blätter an den Bäumen färben sich gelb. Früh am Morgen quellen dicke Nebelschwaden aus den Tälern und filtern die ersten Sonnenstrahlen – so denn die Sonne überhaupt scheinen mag. Schmackhaft knackig frische Äpfel erobern die Obstregale. Es wird … nein, es IST Herbst.

Ich mag den Herbst mit seinen warmen Farben, solange er sich nicht allzu trübsinnig hinter nass-kalt-grauen Regenwänden versteckt. Vielleicht sollte ich die nächsten schönen Tage mal wieder den Weg an den großen Kastanienbäumen entlang laufen und mich – leicht abergläubisch – über die erste gefundene Kastanie freuen und sie mit mir tragen, bis der nächste Frühling kommt.

Ein Lied gefällt mir ganz besonders zu dieser Zeit in der „der Frühling nur unterm Feld schläft“. Der poetische Zauber eines Herbst-Gedichtes von Anna Gwildis wird getragen von der ausdrucksstarken Stimme Julia Schilinskis.

Danke übrigens an babbaotto53, der den Song mit Fotos bereichert und nach youtube hochgeladen hat.

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12 Kommentare zu “Übers Ohr ins Herz – 23

  1. Ich mag den Herbst im Prinzip auch, ebenso den Winter. Was ich nicht mag ist die immer früher einsetzende Dunkelheit. Da helfen auch viele Kerzen nichts. Die letzte Hunderunde gegen 22Uhr macht im Sommer bedeutend mehr Spaß – zumal ich da auch sehen kann, was er gerade verschlingen will/verschlungen hat 😉
    Liebe Grüße und Danke für dieses Stück!
    Elvira

    • Mir geht es genauso. Kerzen schaffen zwar eine stimmungsvolle Atmosphäre, können das fehlende Tageslicht aber nicht ersetzen. Ich genieße an den längeren Abenden dann allerdings wieder mehr Musik und hole das Strickzeug hervor.

      Unsere letzte Hunderunde haben wir nun schon auf 21:00 Uhr vorgezogen. Unsere Schwarznasen mögen die Dunkelheit nicht mehr so gerne – mit 8 bzw. 10 Jahren sind die Augen nicht mehr so gut … und frag nicht, was die dann so alles als fressbar erachten. 😉 Doch spätestens mit dem Ende der Sommerzeit holt die Dunkelheit uns dann wieder ein.
      Liebe Grüße Richtung Berlin
      Eva

  2. Ich mag den Herbst auch. Ich mag jede Jahreszeit. Aber ich hätte nix gegen einen schönen und warmen Herbst, damit wir noch ein bißchen was von unserem Balkon haben 🙂
    Das Video ist ganz zauberhaft. Danke dafür.

    • Es ist ja nicht mehr lange hin, bis Ihr Euren Balkon genießen könnt und gegen einen sonnigen Herbst hätte ich auch nichts einzuwenden. Vielleicht werden unsere Wetterwünsche erfüllt.
      Beste Grüße
      Eva

  3. Eine Kastanienalle habe ich in meinem Park auch. Ich werde mir auch eine einstecken.
    Mit dem Herbst habe ich immer so meine Probleme. Die Winterkälte stört mich dann nicht mehr.
    Aber: Der Frühling schläft nur unterm Feld. Schön. Ich werde mir das annehmen. (Danke)

    Gruß von der Gudrun

    • Nicht wahr? Eine zauberhafte Formulierung!

      Kastanienallee haben wir hier nicht, aber an einem (ehemaligen) Bauernhof nicht allzu weit von uns stehen drei alte, große Kastanienbäume. Hier habe ich mit meinen Kindern schon immer Kastanien zum Basteln gesammelt und das Pferd besucht, das unter den Bäumen auf Streicheleinheiten der Wanderer sowie saftige Gräser „von vor dem Zaun“ wartete.
      Liebe Grüße ins Spinnstübchen
      Eva

  4. Alfred Schmidt

    Das ist schön ! Julia und Anna haben einen Platz im Blog les ich nach einer hektischen Woche in Hessen. Sehr schön !

    Drei Tipps:

    Erstens Julia mit ihrer Band live erleben ! Z.B am 29.09.12 im Goldbekhaus in Hamburg.
    Oder Julia klassisch mit von Theodorakis vertonten Texten aus dem Canto General.
    Sehr zu empfehlen !!!!!!!!!

    Zweitens Anna lesen ! In ihrem Gedichtband steht noch mehr reine Poesie. Sehr entschleunigend.

    Drittens: Anna liest und Julia singt, mit Laurenz Wannenmacher am Piano und Johannes Huth am Bass, Texte und vertonte Texte aus „Der Frühling schläft nur unterm Feld“. Leider derzeit nichts mehr geplant.

    Termine stehen bei http://www.juliaschilinski.de

    Alf – Kein Weg ist zu weit für einen solchen Abend !

    • Ach ja, der Termin am 29.9.2012 – der juckt mich ganz gewaltig in den Fingern, aber Hamburg und ich, das soll in diesem Jahr nicht zusammenkommen, wie so manch anderer Traum nur geträumt bleiben wird …

      Ich hole es irgendwann einmal nach. Schaun mer mal im kommenden Jahr. Übrigens: Genau vier Jahre zuvor – am 29.9.2008 – hatten wir beim CD-Release-Konzert von Julia ebendort im Goldbekhaus eines unserer seltenen Zusammentreffen. Du erinnerst dich bester Alfred?

      Grüßchen in den Norden
      Eva

      • Alfred Schmidt

        Das Jucken hat ein Ende ! Gestern gabs Julia und Band im Goldbeekhaus. An den Instrumenten die üblichen Verdächtigen, am Piano forte: JAKOB SVINJE (!!!!!!!!!!!!!!!!), gockelt Euch mal selbst zu dessen Biografie. Ich habs vorher schon getan. Hoffentlich gab er uns nicht als Eintagsfliege die Ehre.

        Ja ! – Seit langem mal wieder zu Julia gepilgert. Nach hohen Wogen, die menschliche Existenzen manchmal schwer erträglich machen. Voller Spannung und Erwartung auf meinen ersten Abend mit Julias Musik danach. Vom ersten Ton an eine Reise voll Melancholie, Poesie und Melodie. Diese Stimme und die feinen Musiker, diese Künstler denen ich so gern zuhör. S mag sehr subjektiv sein, aber die Stimme nimmt mich sehr in ihren Bann. Zudem gabs ein paar neue Nummern von sehr, sehr persönlich leise bis flott.
        Ja, hab sehr genossen !

        Und nun das Beste für die Neugierigen: Das Konzert wurde als Audio und als Video mitgeschnitten und wird dereinst auf Datenträgern für die Freunde guter Musik zu haben sein. Ich pack mir solche Gigs immer warm ein und nehm sie in Gedanken mit. Dieses bekomm ich bald quasi in echt. Leider hat keine Aufzeichung diesen magischen Moment des Jetzt und Hier. Freu mich trotzdem drauf.

        Zauberstimme mit Sahnemusikern ! Hab sehr genossen !

        • Kannst mir glauben, Alfred, dass ich Julia & Co. im Goldbekhaus mit Kusshand dem Wochenende hier vorgezogen hätte und wenn ich Deine Zeilen lese, bedaure ich es umso mehr, diese Reise verpasst zu haben. Die Stimme – egal ob Frontstage oder Backround ist verzaubernd. Wer war denn sonst noch musikalisch begleitend dabei?
          Grüßchen
          Eva

  5. Alfred Schmidt

    Begleitend ? Wie geschrieben: Die üblichen Verdächtigen. Der unglaubliche Fjol van Forbach hatte seine Hagström (für seine Finger gemacht) mit. Und ! – Und eine rabenschwarze Fender Strato ! Das hatten wir noch nie. Julia Musik und eine echte pure ClassicRockGuitar. Mit den richtigen Fingern an den Saiten und am Hals ist nix mehr mit ClassicHammerRock. Chanson, Canzone, Gefühle, Emotion pur. Ein Zauberer an der Gitarre. Heiko Reese aus Jevenstedt am Schlagwerk, das nie geschlagen wird. Zärtlich gestreichelt. Nie mit harten Sticks, Jazzbesen, Filztrommelstöcke und Anzählen up platt: Een, twee, dree. Am ContraBass, diesem Rieseninstrument, der Oma, Johannes Huth. Das schöne tiefe Geräusch aus der Ecke. Und am Piano forte: Jakob Svinje ! Nur Piano forte ! Nix elektronisches – Nur Piano fochte. Johannes hat Jakob mitgebracht. Sie spielen zusammen bei Dominique Horwitz. Ich hatte mir vorher mal seine Bio zusammengockelt und war gespannt. Ein Superpianist, harmoniert beim ersten Gig und Piano Forte ohne Strom passt sehr, sehr gut zu einem vom Chanson geprägten Programm.

    N paar Tage kenn ich Julia und hab sie vor nicht allzulanger Zeit ganz tief am Boden erleben müssen und gefürchtet das „Nie wird es sein, so wie es war. Nie wieder gut.“ würde sie zerfressen.
    Am Samstag sang sie für uns, oder besser für die Leutchen die wissen was dahintersteckt „An einem anderen Ort“. Ich hab noch nie einen so intensiven Vortrag gehört, mitten rein. Aber das war nur ein Aspekt, ein kleines Kapitel eines Konzerts das quer durch die traurigen, melancholischen und freudigen Dingen des Lebens mitnahm. Wir haben noch nie so gelacht bei Juja. Und das Beste: S is alles Audio- und Videomitgeschnitten ! Kommt gepresst ! Das macht Vorfreude !

  6. Pingback: Herbst › hauchNAH

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