Ruhe

Friedliche Stille inmitten der Großstadt Köln, nichts zu spüren von dem sonst so quirligen, pulsierenden Takt der rheinischen Metropole. Alleine ein leises Grundrauschen des Verkehrs ringsum begleitet uns.

Wir sind hier mit Ingrid verabredet; danke für die Inspiration und die sympathische Begleitung.

Es ist ein beeindruckendes Fleckchen Erde, eine weitläufige Parkanlage mit vielfältiger Vegetation, zarten jungen Pflanzen und alten stattlichen Bäumen, dazwischen historische und neue, gut gepflegte oder auch verfallende Skulpturen und ebensolche Grabstätten – überall ein Werden und Vergehen, ein Ort an dem Leben und Tod sich die Hand reichen: der Kölner Zentralfriedhof Melaten (nähere Infos dazu bei Wikipedia).

(Größere Ansicht der nachfolgenden Fotos gibt’s per Mausklick)

Die Verletzlichkeit des Menschen, die Zerbrechlichkeit des Glücks, aber auch das starke Band der Liebe, die mit dem Tod nicht endet, zeigen sich in vielen Details.

Trauer und Schmerz, aber auch Gedanken über das Leben … den Wert des Lebens finden in diesem außergewöhnlichen Park Ruhe und sehr viel Raum.

schwer zu (er)tragen
schwer zu (er)tragen
unbekannt
unbekannt

Das Wetter schlägt – herbsttypisch – wilde Kapriolen. Laub und herabgefallene Äste zeugen von der vergangenen stürmischen Nacht und der nächste Sturm steht bevor.

zerbrechlich
zerbrechlich

Nicht nur wir nutzen die Gunst der grauen aber relativ trockenen Stunden dazwischen. Menschen pflegen Gräber, gedenken, spazieren oder schließen sich einer Führung an – alles sehr dezent, dem Ort angemessen. Vögel und Eichhörnchen auf Nahrungssuche beleben die Szene.

Überhaupt ist es die Natur, die diesen Ort bestimmt, ihm bei aller Andacht eine natürliche Unbeschwertheit und Leichtigkeit zurückgibt – den Lebenden ein Lächeln entlockt.

Liebe
Liebe
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16 Kommentare zu “Ruhe

  1. Das ist ein wunderbarer Artikel. Alte städtische Friedhöfe haben mitunter einen ganz besonderen Charme, anders als die jüngeren. Die Größe hat sicherlich ihren Anteil daran, aber auch die Art der Grabgestaltung im Laufe der Jahrhunderte. Auf Friedhöfen kann Geschichte wieder lebendig werden.
    Ich werde heute auch auf den Friedhof besuchen und durch die Reihen zwischen den Gräbern spazieren gehen. Dieser Friedhof ist ein noch junger, am Rand der Stadt. Hier sind eher moderne Grabsteine, zum Teil sehr individuell, zu finden. Einen mit QR-Code habe ich allerdings noch nicht entdeckt. Aber das wird sicherlich noch kommen. Spätestens wenn ich dort liege.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    • Viele Friedhöfe sind ja recht überschaubar und wohlgeordnet. Zwar hat auch der Melatenfriedhof eine geordnete Struktur der geraden Wege, aber durch das viele wuchernde Grün, die hohen und stattlichen Bäume ist diese Übersichtlichkeit nicht offensichtlich, es gleicht einem Labyrinth.

      Von QR-Codes an den Gräbern habe ich auch schon gelesen. Die Zeiten und die Moden ändern sich – heute schneller denn je -, sogar bei der Bestattung. Ist halt die Frage wie dauerhaft dieser QR-Trend sein wird … ?!
      Liebe Grüße zurück an Dich
      Eva

  2. Liebe Eva, du hast den Geist und die Stimmung von Melaten ganz wunderbar eingefangen, nicht nur in den Fotos, sondern auch mit Worten. Schöner kann man es nicht sagen und deine Fotos verdeutlichen die Atmosphäre einmal mehr.
    Ich musste schmunzeln, dass du sowohl das Eichhörnchen als auch das Rotkehlchen so gut erwischt hast.
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Oh, Danke Ingrid. Eichhörnchen und Rotkehlchen waren mehr Glück als Geschick, sie haben es uns wahrlich nicht einfach gemacht. Nur gut, dass die anderen Motive so außerordentlich geduldig waren. 😉

      Stefan hat mit ganz anderem Blick fotografiert und Dein Blickwinkel ist wieder ein anderer. Ich mag Deine Darstellung Melatens sehr. Ohne diese Inspiration hätte ich mich sicher nicht so schnell von einem Besuch dort überzeugen lassen (… es gibt ja noch sooo viele interessante Ecken gemeinsam zu erkunden – wie wir bereits festgestellt haben).

      Schön, dass Du Deine alten Ansichten noch mal hervorgekramt hast. Bin gespannnt auf die Fortsetzung mit den aktuellen Fotos vom 14. November.

      Lieben Gruß nach Köln
      Eva

  3. Ganz ganz tolle Fotos!
    Jetzt wo ich deinen Artikel und die Bilder gesehen habe, möchte ich da auch mal hin – mit Kamera! 🙂
    Liebe Grüße
    Karina

    • Ja, ich auch … ich möchte da auch noch mal hin, bei besseren Lichtverhältnissen und zu anderen Jahreszeiten. Ein schöner Ort, nicht nur zum Fotografieren. Ich habe erst einmal eine Weile die Eindrücke auf mich wirken lassen, es ist in vielerlei Hinsicht faszinierend.

      Bei wärmeren Temperaturen kann man dort bestimmt auf einer der vielen Bänke schön sitzen und die Gedanken fließen lassen, den tierischen Bewohnern des Parks bei ihrem wuseligen Treiben zuschauen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das im Frühjahr und Sommer ein Paradies für Insekten ist.

      Liebe Grüße gen Siegen
      Eva

      PS: Solltet Ihr mal nach Melaten ausfliegen, könnt Ihr gerne vorher bei uns „anklopfen“ – vielleicht passt es.

  4. Ich habe gerade Stefans wunderschöne Fotos gesehen, tatsächlich eine ganz andere Sichtweise und viele Details, die mir gar nicht aufgefallen waren. Leider kann man bei ihm nicht kommentieren. Sag ihm das mal – da ist irgendein Fehler in der Seite, wenn man auf ‚Kommentare‘ klickt. Dabei hätte ich gerne.
    Grüße an euch beide,
    Ingrid

    • P.S. Jetzt mache ich endlich mal meine Fotos fertig …

      • Danke für den Hinweis auf die fehlerhafte Kommentarfunktion, liebe Ingrid. Stefan arbeitet dran … bzw. hat die Lösung anscheinend schon gefunden. 🙂

        Ich freue mich auf Deine Sicht unseres gemeinsamen Ausflugs.

        Lieben Gruß
        Eva

  5. Über Ingrid habe ich zu dir gefunden und bin beeindruckt, wie ein „anderer Blick“ diesen schönen Ort in Köln wahrnimmt & fotografisch festhält – ein Ort, der mir sehr vertraut ist, habe ich dort doch Woche für Woche mein kleines Enkelkind spazieren gefahren.
    Ich überlege sogar, eine Patenschaft für ein historisches Grab zu übernehmen, um diesem sagenhaften Friedhof den Fortbestand zu sichern.
    Liebe Grüße
    Astrid

    • Hallo Astrid,

      herzlich willkommen und Danke für Deinen lieben Kommentar.

      Dann kennst Du den Ort ja mehr als gut. Die historischen Gräber mithilfe von Patenschaften zu erhalten finde ich eine sehr gute und wichtige Initiative. Ingrid erzählte uns davon und später habe ich dazu dann noch im Netz recherchiert.

      Liebe Grüße auch an Dich
      Eva

  6. Hallo Eva!

    Habe gerade durch Ingrid zu Dir gefunden und zu diesem sehr berührenden Beitrag. Ihr habt alle 3 so wunderschöne Fotos gemacht!

    lg
    Maria

    • Hallo Maria,

      schön, dass Du über Ingrid hierher gefunden hast und danke für das Kompliment. Es gibt Orte, die einen ganz und gar gefangen nehmen – der Melatenfriedhof gehört auf jeden Fall dazu.

      Lieben Gruß
      Eva

  7. Pingback: Novemberblues mit der Kamera | olytreff.kultpix.de

  8. Über den Link bei Ingrid bin ich zu Dir gekommen, und möchte nicht gehen ohne hier ein paar Worte zu hinterlassen.
    Wie schon von Ingrids Bildern, bin ich begeistert von Deinen Fotos.
    Ihr hattet zwar gleiche (jedenfalls teilweise) Motive und dennoch sehen sie bei jedem wieder anders aus.
    Auch Deine Texte haben mir sehr gut gefallen, ein wunderschöner Bericht über einen Ort der Stille und des Friedens.
    LG
    Agnes

    • Hallo Agnes,

      vielen Dank fürs Vorbeischauen und Kommentieren – für Deine Zeit.

      Manche Motive dort sind so einladend, dass sie bestimmt öfter als alle anderen fotografiert werden – und doch unterscheiden sich die Ergebnisse. Melaten ist ein wundervoller, wie Du so schön schreibst, Ort der Stille und des Friedens. Ich musste erst einmal die Atmosphäre wirken lassen, bevor ich überhaupt zur Kamera griff.

      Lieben Gruß
      Eva

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