Warum! Pufpaff in Nümbrecht

14 Tage ist das neue Jahr jung. Zeit, mal wieder etwas Abwechslung in den Alltag zu bringen. Also machen wir uns auf den Weg ins Oberbergische. 35 Landstraßen-Kilometer entfernt liegt der Luftkurort Nümbrecht, unser Ziel ist das Park-Hotel, ein mit vier Sternen geadeltes Haus.

Es liegt zentral, kostenlose Parkplätze findet man unmittelbar nebenan. Übernachten wollen wir hier nicht. Der Anlass unseres Besuches ist eher kurzweilig-vergnüglich auf ein paar Stunden begrenzt. Der Förderkreis Kultur in Nümbrecht e. V. veranstaltet in diesem Jahr 2012 im Kursaal des Hotels vier Kabarettabende:

  • Sebastian Pufpaff „Warum!“- 14.01.2012
  • Florian Schroeder „Offen für alles und nicht ganz dicht – die Show“ – 04.05.2012
  • Jürgen Becker „Der Künstler ist anwesend“ – 14.09.2012
  • Philip Simon „Ende der Schonzeit“ – 09.11.2012

Heute ist der Auftakt dieser Kabarettreihe.

Wir sind dieses Mal an einem Veranstaltungsort mit gehobenem Ambiente, und trotzdem sind die Preise für Eintritt, Getränke und Snacks absolut moderat. Das Personal ist kompetent und sehr freundlich.

Im Kursaal finden ca. 380 Menschen Platz. Es gibt zwei Platzkategorien und die jeweils ersten Reihen sind für Besitzer des „Kabarett Abos“ reserviert; so ein Abonnement bietet also nicht nur einen preislichen Vorteil. Es wird von den Nümbrechtern offensichtlich auch sehr gut angenommen, denn gut die Hälfte der Plätze ist fest vergeben.

Der Saal ist gut gefüllt, nur wenige Plätze bleiben frei. Das Publikum ist bis auf ein paar Ausnahmen jenseits der 30. Die Bestuhlung sitzt sich ausgesprochen bequem und der Klang für diese Art von Veranstaltungen ist einwandfrei. Somit liegt es nur noch am Künstler, ob unser kulturelles Vergnügen ein gutes wird.

Sebastian Pufpaff, der Gewinner des Prix Pantheon 2010, wird uns also nun Antworten auf nie gestellte Fragen geben. Sein Programm heißt denn auch „Warum!“ (in Worten: WarumAusrufezeichen).

Es geht pünktlich los.

Sebastian Pufpaff „Warum!“ in Nümbrecht – 14.01.2012

Ein Mann, ein Mikrofon – mehr nicht. Sehr präsent, souverän und seriös in feinem Zwirn gekleidet steht Sebastian Pufpaff auf der Bühne.

(Schrieb ich seriös gekleidet? Nun gut, die Schuhe übersehen wir geflissentlich.)

Er redet schneller als manch einer zu denken vermag, ist dabei pointiert, ironisch, frech, spitzfindig, bissig und beobachtet sein Publikum ganz genau. Keine Chance ihm zu entkommen; kleinste Konzentrationsschwächen im Zuschauerraum werden sensibel registriert, schlagfertig kommentiert und er ist sogar in Situationen wie diesen …

… nicht eben auf den Mund gefallen.

Das Publikum in der Südkurve genießt dabei als Therapiegruppe sein ganz besonderes „Wohlwollen“. Bei Herrn Pufpaff bekommt jedoch jeder irgendwie sein Fett seinen qualitätsbezeugenden Fettrand ab: Jung und Alt, Politik und Kirche, Bahn- und Flugreisende, Eltern und Kinder, Dick und Dünn sowie Wind und Wasser. Dabei kratzt er so manches Mal ganz hart an der Grenze des vom Nümbrechter Publikum tolerierten schwarzen Humors. Doch er merkt schnell, welche Themen hier an diesem Abend eher nicht gefragt sind und reagiert entsprechend.

Er ist halt der Typ Mensch, dem man – ob man will oder nicht – alles glaubt abkauft: Erzählungen aus der Kindheit, politische Erkenntnisse, Glaubensbekenntnisse, Raucherflugzeuge, Erklärväter und noch vieles mehr. Dass er in frühren Jahren mal als RTL-Teleshopping-Moderator gearbeitet hat, erklärt dann auch so einiges. Beim Kauf einer unscheinbaren Eintrittskarte für Sebastian Pufpaff, gibt’s in Nümbrecht auf jeden Fall eine große Menge Spaß dazu.

Ganz am Schluss dann legt Sebastian Pufpaff seine Rolle, Anzug und Schuhe ab und tanzt …

Jemand, der 2 1/2 Stunden lang von oben herab ziemlich gut austeilte, nimmt sich zu guter Letzt selbst noch auf den Arm und nicht allzu ernst.

Fazit:

Sebastian Pufpaff ist wortgewandt und frech, überschreitet schon mal die Grenzen des guten Geschmacks und pflegt bisweilen einen tiefschwarzen Humor. Das muss man mögen – wir tun es! Ein toller Abend an einem schönen Veranstaltungsort im Oberbergischen.

Ich kann auch nur empfehlen, sich – so wie wir – das Programm gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter anzusehen. Denn nur Eingeweihte werden verstehen, warum! alltägliche Begriffe, kleine Handbewegungen oder auch einfache Kondensstreifen Lachanfälle auslösen. Also nehmt sicherheitshalber ganz viele Freunde, Verwandte und Bekannte mit.

Linktipps:

Fotogalerie:

Fotos: Stefan Schmidt

10 Kommentare zu “Warum! Pufpaff in Nümbrecht

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