Ausgeflogen

Demonstratives Schweigen

Geschätzte vierzigtausend Menschen haben sich vergangenen Samstag aufgerafft und an der Großdemo in Köln teilgenommen. Die genaue Zahl ist sicher schwer zu schätzen; traf man sich doch bereits gegen 11:00 Uhr an zwei verschiedenen Plätzen – Neumarkt (Zentrum) und Ottoplatz (Bahnhof Deutz/Messe) -, um in zwei großen Zügen durch die Stadt und in Richtung Deutzer Werft zur Hauptveranstaltung zu marschieren.

Auch dieser Platz war schon vor Beginn der Hauptkundgebung gut gefüllt. Und während die einen dann nach Stunden bereits heimwärts zogen kamen immer wieder neue Protestler nach.

Anders als bei der Mahnwache in unserer kleinen Stadt am Montag zuvor zeigten sich hier natürlich auch alle möglichen Parteien – bis auf zwei – sehr präsent … Wahlkampf in Köln … für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg?!

Es wimmelte und wuselte rund um die Deutzer Werft. Fahnen wurden geschwenkt, große Banner ausgerollt und über den Köpfen schwebte ein Meer von Luftballons; es war ein friedliches Treffen verschiedenster Kulturen, bürgerlicher Schichten und Generationen – ein solider Querschnitt unserer Gesellschaft.

Über die Deutzer Brücke pilgerte ein nicht enden wollender Strom an Menschen, während auf einer Bühne direkt am Rhein Wolf Maahn rockenderweise den atomaren Ausstieg anmahnte oder Ärzte, Aktivisten, Organisatoren und Kirchenvertreter zum Thema Atomenergie sprachen. Überall wurde miteinander diskutiert und philosophiert, immer wieder übertönt von Trillerpfeifen und lautstarken „Abschalten“-Rufen.

Um Punkt 14:15 Uhr aber war alles STILL! Eine Minute lang tausendfaches Schweigen, Innehalten und Gedenken (zeitgleich mit ca. 200.000 Menschen in Hamburg, München und Berlin) – ein äußerst beeindruckend kraftvoller Moment.

Das weitere Bühnenprogramm bescherte uns neben dem Kabarettisten HG.Butzko, der uns den Merkelschen „Mein Weg“ vorlas aus dem Zusammenhang riss, auch einen „alten Bekannten“ aus Jugendzeiten: Klaus den Geiger (mit Orchester), der heute noch (fast) genauso aussieht wie vor dreißig Jahren, als wir ihn oft in Kölns Fußgängerzone antrafen … damals allerdings ohne Orchester und Verstärker.

Das offizielle Programm war noch nicht ganz zu Ende als wir unsere gesammelten Eindrücke packten und gen Heimat zogen. Uns entgegen kamen die nächsten ……

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.